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Wer war Fehling?


Der Chemiker Professor Dr. Hermann von Fehling wurde am 9. Juni 1812 in Lübeck geboren und starb am 1. Juli 1885 in Stuttgart. Nach Abschluss einer Ausbildung zum Apotheker begann er 1835 sein Studium der Naturwissenschaften an der Uni Heidelberg mit dem Schwerpunkt Chemie. 1837 erlangte er die Doktorwürde in Philosophie. Danach arbeitete er in Laboratorien in Gießen und Paris als Assistent
Liebig, in dessen Labor er in Gießen gearbeitet hatte, schlug ihn als Professor für die 1829 gegründeten Vereinigten Real- und Gewerbeschule in Stuttgart, der heutigen Universität. Stuttgart vor. Dort unterrichtete er von 1839 an und ging 1882 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Neben seiner Lehrtätigkeit war er auch als Mitglied der Zentralstelle für Handel und Gewerbe sowie des Medizinalkollegiums aktiv.
Fehling widmete sich in Stuttgart ganz besonders der Entwicklung genauer analytischer Methoden und seine Untersuchungen erstrecken sich besonders auf die technische Chemie (Mineralwässer, Salinenwesen, Brotbereitung, Gerbmaterialien). Er war maßgeblich für den Ausbau der Abteilung Chemie an der heutigen Universität Stuttgart verantwortlich. Während seiner Forschungen entdeckte er das Benzonitril und führte in Deutschland Verfahren zur Wasseranalyse in der Industrie ein. Die nach ihm benannten Lösungen Fehling'sche Lösung I und II entdeckte er 1850. Diese dient zur Messung der Zuckergehaltsmessung in Flüssigkeiten.

"Für Zuckerbestimmung gab er die allgemein benutzte Fehlingsche Lösung an: 36,34g Kupfervitriol in 100g Wasser gelöst, gemischt mit einer Lösung von 200g Seignettesalz in 600 ccm Natronlauge vom spez. Gew. 1,12, verdünnt auf l Lit. Wasser. 10 ccm der Lösung werden durch 0,05g Traubenzucker zu Kupferoxydul reduziert. Er bearbeitete mehrere Abschnitte in dem großen Kolbeschen »Lehrbuch der organischen Chemie«, übersetzte Payens »Precis de chimie industrielle« (2. Aufl., Stuttg. 1852) und redigierte die neue Auflage des »Handwörterbuches für Chemie« (Braunschw. 1871 ff.)"

Aus: Meyers Konversationslexikon, Ausgabe 1896

Die FEHLINGsche Probe: Nachweis von Zucker